Trenul amintirilor - Поезд воспоминания - Pociąg pamięci - Train of commemoration - Zug der Erinnerung - Az emlékezés vonata - Vurdon so na bistrel nahles - o treno tis mnimis - To treno tis mnimis - Pociag pamieci - Train de la mémoire - Zuch vun der Erënnerung - Vlak uspome

Zug der Erinnerung
Ein Projekt deutscher Bürgerinitiativen

Gutachten klein

Ernst und Frank Wohl aus Berlin. Ihre Deportation ließ sich die Deutsche Reichsbahn bezahlen. Die Jungen kehrten nicht zurück.

Massenmörder, Antisemiten,
Holocaust-Heuchler

Aus Anlass der jährlichen Bekenntnisse zur deutschen „Erinnerungskultur“ veröffentlichen wir eine Bilderstrecke über den tatsächlichen Umgang, den die Bundesrepublik Deutschland mit Tätern und Opfern des „Deutschen Reiches“ pflegt – Beispiel Sobibór.

In dem NS-Vernichtungslager starben etwa 250.000 Menschen durch Gas. 80.000 kamen aus den besetzten Niederlanden. Dort wurden sie im KZ Westerbork gefangen gehalten und mit der Reichsbahn nach Sobibór deportiert. Wer waren die deutschen Westerbork-Täter und wo sind sie in der Nachkriegszeit geblieben?



Unter dem Lagerkommandanten Albert Konrad Gemmeker wurden etwa 80.000 niederländische und deutsche Juden aus Westerbork nach Sobibór und Auschwitz deportiert. Für die Auswahl der Opfer war Gemmeker persönlich verantwortlich. Nach einer nur kurzen Haftstrafe in den Niederlanden war der Massenmörder ab 1951 als "Kaufmann" in Düsseldorf tätig. Von einer Anklage in der Bundesrepublik sah die deutsche Justiz ab. Der deutsche Staat zahlte Gemmeker bis 1982 eine ansehnliche Pension.

 

Wie ehrt die Bundesrepublik Deutschland die 20.000 deutschen Juden, die gemeinsam mit den niederländischen Mordopfern von Westerbork nach Sobibór verschleppt wurden und nicht zurückkehrten?



Die in Sobibór vergasten deutschen Mordopfer der Deppner und Gemmeker stellte die Parlamentarische Staatssekretärin im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik, Frau Cornelia Pieper (links), 2013 in Frage. Um den deutschen Staat vor einem finanziellen Beitrag für das Gedenken an die Sobibór-Opfer zu bewahren, behauptete die Staatssekretärin wahrheitswidrig, "Deutschland" habe in Sobibór keine "Inhaftierten" gehabt: "Da war Deutschland nicht dabei." In Sobibór starben etwa 20.000 deutsche Juden. Die Bundesstaatsanwaltschaft lehnt es seit November 2013 ab, gegen Pieper zu ermitteln: "Es liegen ... keine Beweise dafür vor, daß die Beschuldigte zum Zeitpunkt ihrer Äusserungen wusste, dass in dem in Rede stehenden Lager deutsche Juden getötet wurden bzw. inhaftiert waren."

 

Welche Organisation empfängt staatliche Gelder, um die Leichen der Sobibór-Mörder auf sogenannten deutschen Soldatenfriedhöfen zu pflegen?

Wie heißen die Verantwortlichen, die von der deutschen Zivilgesellschaft sechsstellige Geldbeträge fordern, um der NS-Opfer von Westerbork und Sobibór gedenken zu dürfen? Handelt es sich um staatlich bestellte Antisemiten und Kleinkriminelle aus dem "Deutschtums"-Milieu?



Für das Gedenken an die Sobibór-Opfer und etwa 3 Millionen Bahndeportierte verlangt das staatliche Nachfolgeunternehmen der kriminellen NS-Reichsbahn (Deutsche Bahn AG) vom "Zug der Erinnerung" Kilometergelder und "Ausstellungsgebühren" in Höhe zehntausender Euro. Persönlich verantwortlich ist Dr. Georg Brunnhuber (rechts), vormals Bundestagsabgeordneter (CDU), jetzt "Sonderbeauftragter für Wirtschaft und Politik" beim Vorstand der Deutschen Bahn AG. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat Brunnhuber 2010 "Antisemitismus pur" bescheinigt (Süddeutsche Zeitung, 11.05.2010).

 

Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen den deutschen Ministerien und einer "Bundesstiftung" für die NS-Opfer? Wer ist dafür verantwortlich, daß die Förderung des zivilgesellschaftlichen Gedenkens an die Sobibór-Deportierten 2013 mehrfach abgelehnt wurde?



Gemeinsam mit der staatlichen Deutschen Bahn AG, mit dem Auswärtigen Amt, dem Verkehrsministerium und dem Bundeskanzleramt sorgt Dr. Michael Jansen für den Vollzug des Finanzboykotts gegen den "Zug der Erinnerung". Jansen ist Kuratoriumsvorsitzender der halbstaatlichen Bundesstiftung EVZ. Die EVZ lässt sich DB-Gelder auszahlen, die vom "Zug der Erinnerung" stammen, aber verweigerte 2013 mehrfach die Förderung von Gedenkprojekten des Vereins für die Sobibór-Opfer. Jansen blickt auf eine CDU-Karriere als Generalbevollmächtiger der DEGUSSA zurück, die in der NS-Zeit Raubgold aus Auschwitz verarbeitete.

 

Rechtsnachfolger des NS-Staates

In einem "Offenen Brief" verlangt das Familienmitglied mehrerer Sobibór-Opfer, daß sich das Auswärtige Amt (AA) für unwahre und beleidigende Äußerungen über die in Sobibór

Ermordeten entschuldigt. Das AA behauptete im September, in Sobibór hätte es keine deutschen "Inhaftierten" gegeben, weswegen Berlin für die dortige Gedenkstätte nicht aufkommen werde. Die AA-Äußerungen sind Gegenstand einer Strafanzeige gegen die verantwortliche Staatsministerin des AA. Nach dem Regierungswechsel Mitte Dezember obliegt dem früheren Außenminister Frank-Walter Steinmeier (hier während eines Kriegsaufenthalts in Afghanistan) erneut die Behördenaufsicht. Das AA ist in der Bundesstiftung EVZ vertreten. Die Behörde verweigerte dem "Zug der Erinnerung" 2013 die beantragten Mittel für das Sobibór-Gedenken. Der Verein antwortet mit einer Spendenkampagne.

 

Der erste Kommandant des NS-"Durchgangslagers" Westerbork, der Massenmörder Erich Deppner, arbeitete auch in der Nachkriegszeit für den deutschen Staat - für die Spionageorganisation Bundesnachrichtendienst (BND). Dort leitete er die Dienststelle12, die in (West-) Berlin Untergrundarbeit gegen die DDR betrieb. Unter dem Kommando Deppners waren 1942 tausende Niederländer und Deutsche aus Westerbork deportiert worden. Deppner ist außerdem für den Mord an 450 Häftlingen des holländischen Widerstands (1944) und für die Exekution von "mindestens 65 sowjetischen Kriegsgefangenen" verantwortlich. Trotz eines niederländischen Gerichtsurteils setzte die (west-) deutsche Justiz Deppner 1964 außer Verfolgung. Er blieb straffrei. Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 erhielt Deppner vom deutschen Staat ein bekömmliches Altersruhegeld.

Die Leichen der Sobibór-Mörder (Franz Reichleitner, Christian Wirth) werden mit staatlichen Mitteln der Bundesrepublik Deutschland auf einem "Soldatenfriedhof" in Norditalien gepflegt. Ausführendes Organ ist der "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" (VDK). Das Foto aus dem Jahr 1988 zeigt den damaligen Repräsentanten des VDK, der Abordnungen italienischer Mussolini-Faschisten auf dem sogenannten Soldatenfriedhof begrüßt.

Die hier dokumentierte Zeremonie galt auch der Ehrung der NS-Menschheitsverbrecher von Sobibór.

2013 relativiert der "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" seine Pflege der Menschheitsverbrecher: auch auf Friedhöfen "anderer Nationen" seien Personen begraben, "die sich im kleineren oder im größeren Umfang Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben", verlautbart 2013 der VDK-Vorstand.

Die staatliche Bepreisung des Gedenkens an die Mordopfer der NS-Vernichtungslager Sobibór und Auschwitz wird vom Bundesministerium für Verkehr gedeckt. Dort war 2013 der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheuer tätig. Scheuer (CSU) trägt für die finanziellen Attacken gegen den "Zug der Erinnerung" politische Verantwortung. Im Januar 2014 flog Scheuer, inzwischen CSU-Generalsekretär, wegen Führen eines falschen Titels auf. Er unterhält Beziehungen ins völkische Milieu der "Deutschtums"-Verbände.

Einhundert Leben

Mit einer Großspende für "einhundert jüdische Leben" würdigt das Familienmitglied eines ermordeten Kindes seine Angehörigen. Der "Zug der Erinnerung" schreibt diese Spende 97 Unbekannten und drei konkreten Leben zu, die nach "Reichsbahn"-Transporten durch Deutschland und Polen in Riga zu Ende gingen.

Werner Klaber und seine Mutter kurz vor der Deportation mit der „Deutschen Reichsbahn“. Das Staatsunternehmen leistete Mordbeihilfe.
 

Im NS-Ghetto Riga starben der fünfjährige Werner Klaber, seine Mutter Ilse und die Großmutter von Werner.

Werner war 1936 in Aachen zur Welt gekommen und lebte in der kurzen Zeit seines Lebens in Breyell an der deutsch-niederländischen Grenze. Bis 1941 schmolz die kleine jüdische Gemeinde des Ortes auf weniger als 30 Personen zusammen, in der Mehrzahl ältere Menschen. Wer fliehen konnte, war geflohen, so auch Werners Vater. Die NS-Behörden hatten ihn 1938 in das KZ Dachau verschleppt und nur frei gelassen, weil er sich verpflichtete, sofort auszureisen.

In den Niederlanden hoffte Werners Vater, die Familie mit einem Auslandsvisum zu retten, aber es war zu spät: Die deutschen Truppen fielen in Holland ein und setzten ihre antisemitische Jagd fort. Werners Vater wurde im Oktober 1940 im NS-"Durchgangslager" Westerbork festgesetzt, im Dezember 1941 verhaftete die deutsche Ortspolizei in Breyell den Rest der Familie.

Werner, seine Mutter und Großmutter wurden nach Düsseldorf transportiert. Mit 1.004 anderen jüdischen Opfern aus dem Rheinland deportierte die "Reichsbahn" die Familie am 11. Dezember 1941 "nach Osten". Der Zug kam nach drei Tagen in Riga an. Dort enden die Lebensspuren.

Ghetto Riga

An Werner Klaber erinnert auf den Anlagen der heutigen Deutschen Bahn AG nichts. Lediglich private Initiativen wie die in Nettetal (bei Breyell/ NRW) bewahren die Erinnerung an einige der NS-Opfer. Tausende bleiben namenlos oder sind für immer verschwunden.

Der "Zug der Erinnerung" beklagt die fortdauernde Ignoranz der staatlichen Tätererben, die es bis heute vermeiden, den Opfern in angemessener Weise zu gedenken und ihre Familienmitglieder zu restituieren.

Der "Zug der Erinnerung" widmet die erhaltene Großspende siebenundneunzig Unbekannten sowie Werner Klaber, seiner Mutter und Großmutter.

Ein Freund ist gegangen

Im Juli beendete eine überraschende Krankheit das Leben von Richard Borg. Richard Borg wurde nur 56 Jahre alt.

Wir verdanken Richard Borg ein jahrelanges Engagement für den "Zug der Erinnerung" in Saarbrücken und im Saarland. Dort setzte er sich als ehemaliger Vorsitzender der jüdischen Gemeinde für das Gedenken auf den Publikumsbahnhöfen der DB AG ein. Als sich das Unternehmen verweigerte, organisierte Richard Borg mehrere Demonstrationen auf dem Bahnhofsvorplatz in Saarbrücken.

Als aktives Mitglied der CDU ermutigte er den Orts- und Landesverband sowie den damaligen Ministerpräsidenten des Saarlands, Peter Müller, auf dem CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe ein eindeutiges Votum für den "Zug der Erinnerung" abzugeben. Dies gelang, doch blieb der einstimmige Parteitagsbeschluss folgenlos. In Berlin zeigte sich die Parteispitze desinteressiert, Volker Kauder (Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) reagierte nicht.

Richard Borg war deprimiert, aber blieb unbeirrt und setzte die Erinnerungsarbeit in Saarbrücken fort. Seit 2012 verhandelte er mit der DB AG um die Anbringung einer Plakette auf dem Saarbrücker Hauptbahnhof, damit an die NS-Massendeportationen der "Reichsbahn" aus Frankreich erinnert wird. Die Züge fuhren über Saarbrücken. Aber bis zu seinem Tod zog sich das Verfahren hin, das die DB AG mit bürokratischen Einreden in die Länge zog. Noch immer fehlt auf dem Hauptbahnhof von Saarbrücken jeder Hinweis auf die Opfer der "Reichsbahn"-Verbrechen.

Richard Borg hat ein mutiges Leben beendet - viel zu früh.

Medienberichte:

Südkurier (Konstanz) vom 05. November 2013

Sobibor und das Schicksal von 250 000 Juden
Zwei Konstanzer Schüler haben an einer Gedenkstättenfahrt in das Vernichtungslager Sobibor im Dritten Reich teilgenommen

Directa (Spanien) vom 22. Oktober 2013

70 anys de l'aixecament de Sobibór: memòria i polèmica

Jüdische Allgemeine vom 21. Oktober 2013

Zukunft des Gedenkens

Jungle World vom 17. Oktober 2013

"Da war Deutschland nicht dabei"
Wenn es um das Gedenken an das ehemalige Vernichtungslager Sobibór und den Häftlingsaufstand von 1943 geht, zeigt sich der Erinnerungs- und Aufarbeitungsweltmeister Deutschland nicht allzu engagiert.

ARD tagesschau vom 15. Oktober 2013

Gedenken an Aufstand im Vernichtungslager Sobibor
Vor 70 Jahren wagten Insassen des deutschen Vernichtungslagers Sobibor den Aufstand gegen die SS-Wachmannschaften. Mehr als 300 von ihnen gelang die Flucht; nach der Niederschlagung der Revolte machten die Nazis das Lager in Ostpolen dem Erdboden gleich. Heute erinnerten Überlebende zusammen mit Jugendlichen aus Israel und Polen an die Sobibor-Häftlinge.

dziennikwschodni (Lublin) vom 14. Oktober 2013

Sobibór: Nowe muzeum ku pamieci zamordowanych

Spiegel online vom 14. Oktober 2013

"Wir wollten wie Menschen sterben"
Mit Äxten und Messern gegen die NS-Tötungsfabrik: Vor 70 Jahren kam es im Vernichtungslager Sobibor zum größten Aufstand in einem KZ. Die Verschwörer lockten die SS-Männer in den Hinterhalt, dann stürmten sie das Lagertor. Hunderte entkamen - und wurden Opfer einer gnadenlosen Hetzjagd.

german-foreign-policy vom 02. Oktober 2013

Revisionistische Lügen
Das deutsche Außenministerium (AA) leugnet die Ermordung von über 10.000 deutschen Juden in dem früheren NS-Vernichtungslager Sobibór, um sich Geld für die Errichtung einer internationalen Gedenkstätte zu sparen.

Freie Radios vom 05. September 2013

Kein Gedenken - Die Bundesstiftung "Erinnerung Verantwortung Zukunft" streicht dem "Zug der Erinnerung" die Gelder
Der Zug der Erinnerung will im Oktober mit Jugendlichen zum ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Sobibór fahren. Auf der Fahrt soll an die mehr als 200.000 ermordeten jüdischen Menschen erinnert werden, die in Sobobór oder auf dem Weg dorthin gestorben sind. Anlass ist der Jahrestag des Aufstands in Sobibór, bei dem sich 600 Häftlinge gegen die SS zur Wehr setzten.

german-foreign-policy vom 04. September 2013

Politischer Steuerungsauftrag
Wenige Wochen vor den internationalen Gedenk-Feierlichkeiten im ehemaligen deutschen NS-Vernichtungslager Sobibór sperrt die Bundesstiftung EVZ ("Erinnerung, Verantwortung, Zukunft") öffentliche Mittel für die Ehrung der KZ-Opfer durch deutsche Jugendliche. Sie hatten des Gefangenenaufstandes vor 70 Jahren gedenken und mit dem "Zug der Erinnerung" am 14. Oktober nach Sobibór fahren wollen.

Ruhr-Nachrichten vom 24. Mai 2013

Zug der Erinnerung hält wieder in Dortmund
Mit einer überarbeiteten Ausstellung macht der zug der Erinnerung vom 10.12. Juni wieder in Dortmund auf dem Hauptbahnhof Station. Im Mittelpüunkt stehen die Deportationen aus dem niederländischen Westerbork in die Vernichtungslager. Zahlreiche Familien aus Nordrhein-Westfalen waren davon betroffen.

Märkische Allgemeine vom 23.05.2013

Zug erinnert an die Transporte ins KZ
WITTENBERGE - Der „Zug der Erinnerungen“ wird am 31. Mai auf dem Wittenberger Personennbahnhof gezeigt. Darüber informiert der gleichnamige Verein. Anlass ist der Abschied von mehreren tausend Kindern und Jugendlichen, die von der Deutschen Reichsbahn, dem Vorgänger der heutigen Deutschen Bahn AG, in das Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen transportiert wurden.

Jungle World vom 09. Mai 2013

Gedenken auf dem Abstellgleis
Die Bürgerinitiative "Zug der Erinnerung" will im Mai und Juni der Ermordeten des Lagers Sobibór gedenken. Über die Förderung des Projekts wird gestritten.

german-foreign-policy vom 09. Mai 2013

Systemtäter
Durch Einzahlungen in den Fonds der Stiftung (EVZ) können sich frühere NS-Unternehmen und deren Erben "Rechtsfrieden" verschaffen - so wie die DB AG. Die gesetzliche Regelung, die von sämtlichen Parteien des Bundestags bestätigt wurde, hebelt das Verjährungsverbot aus und stellt überlebende Opfer rechtlos, wenn sie gegen EVZ-Spender klagen wollen. Auch der "Zug der Erinnerung" hat gegen die EVZ-Praktiken und ihren Koopertationspartner DB AG keine Chance: Einen Antrag auf Förderung des Sobibór-Gedenkens im Mai und Juni hat der EVZ-Vorstand abgelehnt. Um die Ehrung der Opfer auf dem deutschen Schienennetz dennoch zu ermöglichen, ruft die Bürgerinitiative 68 Jahre nach der Befreiung zu Spenden auf.

junge Welt vom 08. Mai 2013

»Zug der Erinnerung«
Die Initiative »Zug der Erinnerung« veröffentlichte am Montag unter dem Titel »Sobibór-Gedenken trotz DB-Forderungen« folgende Mitteilung:

junge Welt vom 27. April 2013

»Das will heißen: Geh nach Hause«
Gericht lehnt Prozeßkostenhilfe für KZ-Überlebenden ab, der Schmerzensgeld von der Bahn einklagen will. Gespräch mit Hans-Rüdiger Minow

Wolfsburger Nachrichten vom 25. April 2013

?Zug der Erinnerung? hält in Wolfsburg
Die Initiative will am 30. Mai an das Schicksal deportierter und ermordeter Nazi-Opfer erinnern.

german-foreign-policy vom 19. April 2013

"Erinnerungspolitik"
Spannungen zwischen der Bundesregierung und mehreren Opferstaaten überschatten das Gedenken an die Massendeportationen und Mordverbrechen der "Aktion Reinhardt" vor siebzig Jahren. In deren Rahmen wurden 1942 und 1943 rund zwei Millionen Gefangene aus West- und Osteuropa in den Vernichtungslagern Treblinka, Chelmno, Majdanek, Belzec und Sobibór umgebracht.

junge Welt vom 20. März 2013

Des Aufenthalters Sohn
Als Bahnchef legte (Hartmut Mehdorn) nicht nur einen Hauptbahnhof hin, in dem der einzelne Mensch zum Streichholz herabgewürdigt wird, sondern lieferte sich Ende des vorigen Jahrzehnts auch regelrechte Abwehrschlachten mit den Initiatoren des »Zuges der Erinnerung«, der demonstrativ auf den Strecken der Bahn fuhr, die seinerzeit für die Deportation Hunderttausender Kinder und Jugendlicher benutzt worden sind – zum Gedenken an die Opfer des Mordes an Juden, Roma und Sinti. Der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Michael Szentei-Heise, hat diese Abwehr quasi tiefenpsychologisch gedeutet: »Wenn Herr Mehdorn im Dritten Reich in derselben Position gewesen wäre wie heute, hätte er mit großer Überzeugung Deportationen angeordnet.«

Rheinische Post vom 02. März 2013

Vergast und Vergessen
Im September 1942 starb der damals zwölfjährige Erich in Kulmhof (Polen). Der jüdische Junge wurde in Kaldenkirchen geboren, lebte viele Jahre in Süchteln. Lehrerin Julietta Breuer kämpft dafür, dass das Kind nicht vergessen wird...Das alles begann, als im März 2011 der ,Zug der Erinnerung' am Bahnhof in Viersen haltmachte.

WAZ vom 20. Februar 2013

BVB-Fans gedenken Nazi-Opfer Julius Hirsch
Am 3. März findet am Dortmunder Südbahnhof eine Gedenkveranstaltung für Julius Hirsch statt. Hirsch war Fußballer. 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert. Sein letztes Lebenszeichen kam aus Dortmund.

Thüringische Landeszeitung vom 20. Februar 2013

Download 1
Download 2
Mit einer neuen Wanderausstellung will die Initiative "Zug der Erinneurng" von diesem Herbst an "Geraubte Kinder - vergessene Opfer" der deutschen Zwangsgermanisierung ins Blickfeld rücken. Das Projekt leitet der Freiburger Christoph Schwarz.

WDR vom 15. Februar 2013

Der Zug der Erinnerung und seine schwierige Fahrt
Im Sommer 2007 gründete eine Handvoll Bürger den Verein "Zug der Erinnerung". Sie hatten die Idee, einen kleinen Zug, bestehend aus zwei Ausstellungswagen und einer wechselnden Zahl von Begleitwagen, auf das deutsche Schienennetz zu setzen und Erinnerungsarbeit zu leisten. Die Bürgerinitiative will an die Deportation von Juden, Sinti und Roma, darunter 100 000 Kinder aus Deutschland und dem übrigen Europa, in die Vernichtungslager erinnern - und an die Rolle, die die Deutsche Reichsbahn dabei spielte.
Seither rollt der Zug, hat viele Besucher - aber die Initiative kämpft ständig mit der Bahn, weil die Kosten für die Benutzung hoch sind.

Bündnis 90/Die Grünen vom 30. Januar 2013

Erklärung von Bündnis 90/Die Grünen
Zum 80. Jahrestag des Machtantritts von Adolf Hitler und der Nationalsozialisten in Deutschland erklären Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin: "Zivilgesellschaftliche Projekte wie die 'Stolpersteine' oder der 'Zug der Erinnerung', die im Sinne einer Erinnerungskultur von unten zur Spurensuche im eigenen Umfeld anhalten, (sind) wichtig und müssen unterstützt werden."

german-foreign-policy vom 07. Januar 2013

"Rechtsfrieden" wankt
Nach Einreichung einer Klage gegen die Deutsche Bahn AG (DB AG) und gegen die Deutsche Lufthansa wegen NS-Verbrechen ihrer Unternehmensvorläufer kündigen mehrere tausend Überlebende weitere Prozesse an. Sie waren als Kinder oder Jugendliche verhaftet und mit der NS-"Reichsbahn" deportiert worden, um in deutschen Kriegsbetrieben Sklavenarbeit zu verrichten; andere wurden in Vernichtungsstätten transportiert, aber konnten den Massenmorden entgehen. Zu den Deportationsgewinnlern gehörte unter anderem die NS-"Lufthansa".

Tagesspiegel vom 29. Oktober 2012

Linke wirft der Bahn AG Lüge vor
Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke glaubt, dass die Bahn der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ Geld vorenthält. Es geht um 30.000 Euro - Einnahmen aus Trassenentgelten, die eigentlich vollständig gespendet werden sollten.

SAT.1 vom 16. Oktober 2012

Eine besonders bewegende Ausstellung ist derzeit in der Südpfalz zu sehen: der "Zug der Erinnerung". Es ist tatsächlich ein Zug, in dem Ausstellung stattfindet, als Symbol für die Bahntransporte, mit denen in der NS-Zeit Hunderttausende von Menschen zwangsdeportiert worden sind.

SWR vom 15. Oktober 2012

Sie haben Millionen Kinder umgebracht… Es sind diese Blicke, die berühren… Letzte Briefe der Kinder, die sie noch im Fahren aus dem Zug geworfen haben…

Die Rheinpfalz vom 12. Oktober 2012

"Zug der Erinnerung" in Fahrt Für die jetzige Pfalzreise haben sich allerorten Menschen organisiert und engagiert, vorneweg viele Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern. Es war das Hannah-Arendt-Gymnasium in Haßloch, das den eigentlichen Startschuss gegeben hatte.

Die Rheinpfalz vom 11. Juli 2012

Anhalten und erinnern Anhalten und erinnern Dem "Zug der Erinnerung" im Oktober einen Halt am Neustadter Bahnhof zu ermöglichen, ist ihr bislang größtes Projekt. Und es ist ehrgeizig.

junge Welt vom 02. Mai 2012

Bahn unter Zugzwang »Zug der Erinnerung« liegt still, weil die Organisatoren der Ausstellung Bahn-Rechnungen nicht bezahlen können. DB-Vorstand kündigt nach Linken-Vorstoß Spende an

Jüdische Allgemeine vom 30. April 2012

Endstation Die Initiative »Zug der Erinnerung« steht offenbar vor dem Aus

Der Tagesspiegel vom 26. April 2012

"Zug der Erinnerung" und Bahn können sich nicht einigen Dem Projekt „Zug der Erinnerung“ droht das Aus. Die Verantwortlichen weisen sich gegenseitig Schuld zu.

Der Tagesspiegel vom 25. April 2012

"Zug der Erinnerung" bald für immer auf dem Abstellgleis? Dem Projekt "Zug der Erinnerung", das an die NS-Deportationen mit der "Reichsbahn" erinnert, droht das Aus. Die Deutsche Bahn weigert sich, dem Verein die Gebühren für die Nutzung von Bahnhöfen und Trassen zu erlassen. Die Bahn erklärt dazu, sie werde alle Einnahmen, die durch das Projekt zusammenkämen, an die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" spenden.

Kölner Stadt-Anzeiger vom 28. November 2011

Auf dem rechten Auge blind Als der "Zug der Erinnerung" im Frühjahr durch die Eifel fuhr, entstand die Idee zur Gründung eines Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Gewalt. Die aktuellen Ereignisse und der große Zuspruch bei der jetzt erfolgten Gründungsversammlung zeigen, daß diese Entscheidung richtig war.

ARD vom 23. November 2011

Mahnendes Gedenken - der "Zug der Erinnerung" Die Beteiligung an Deportationen während des Nationalsozialismus ist das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Deutschen Reichsbahn. Der "Zug der Erinnerung" informiert darüber.

Westdeutscher Rundfunk, 05. Oktober 2011

Redezeit (WDR 5): Der "Zug der Erinnerung", seine Ehrung für Julius Hirsch, seine Geschichte, die Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn AG und die deutsche "Gedenkkultur".

Die Welt, 24. Mai 2011

NS-Opfer wollen Deutsche Bahn in den USA verklagen Die Bahn soll Einnahmen der Reichsbahn aus Deportationen in NS-Konzentrationslagern zurückerstatten. NS-Opfer verklagen das Unternehmen auf zwei Milliarden Euro.

Thüringer Allgemeine, 20. Mai 2011

NS-Opfer bereiten Milliardenklage gegen Deutsche Bahn vor Der Deutschen Bahn AG könnte eine Milliardenklage auf Entschädigung durch osteuropäische NS-Opferverbände drohen.

Thüringer Allgemeine, 20. Mai 2011

Anwalt will Entschädigung für osteuropäische Opferverbände Der Duisburger Anwalt Heinz Josef Sehr sprach in Kiew mit unserer Zeitung und fordert für die osteuropäischen Opferverbände aus "verbrecherischem Tun" stammendes Kapital als Entschädigung.

WDR Mediathek, 24. März 2011

Bericht aus Heinsberg Es ist ein dunkeles Kapitel unserer Vergangenheit. Ein Kapitel, das nicht vergessen werden darf. Und genau darum geht es beim "Zug der Erinnerungen". Bericht ansehen

WDR Mediathek, 10. März 2011

Ärger um "Zug der Erinnerung" Zur Zeit stehen die Waggons am Bahnhof in Mönchengladbach. Die Ausstellung informiert über die Verschleppung von unzähligen Menschen in die NS-Konzentrationslager. Da die Bahn hohe Gebühren für die Nutzung der Schienen verlangt, ist die Ausstellung auf Spenden angewiesen. Bericht ansehen

Kulturzeit, 2. März 2011

Müde Geste - Die Bahn und die NS-Opfer in Osteuropa Fünf Millionen Euro hat die Deutsche Bahn AG im Dezember 2010 NS-Opfern in mehreren Staaten Osteuropas, vor allem in Polen, als Entschädigung zugesagt. Ist damit alles gut? In Polen scheint man sich nun mit der Geste der Bahn AG zufrieden zu geben. Mehrere Organisationen in Russland, Weißrussland und in der Ukraine hingegen haben die fünf Millionen Euro als beleidigend und unannehmbar zurückgewiesen.

Deutschlandfunk vom 9. Dezember 2010

5 Millionen Euro - Spende der Bahn für NS-Opfer "Signifikanter Beitrag" nennt der Vorstand der Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" die sogenannte Spende der Deutschen Bahn. Als "absurd, beschämend und beleidigend" lehnen NS-Opfer in Osteuropa das Almosen ab. Bericht anhören

ZDF vom 8. Dezember 2010

Fröhliche Geburtstagsfeier "Ein dunkles Kapitel, aber wir blicken nach vorne", sagt Bahnchef Grube über die Reichsbahn-Beihilfe zum Massenmord und die Verantwortung seines Nachfolgeunternehmens.
Beitrag ansehen

Deutschlandfunk vom 7. Dezember 2010

Die langen Schatten der Vergangenheit Opferverbände fordern Entschädigung von der Deutschen Bahn
Die Deutsche Bahn feiert in diesem Jahr das 175. Jubiläum. Damit bekennt sie sich auch zur Geschichte der Reichsbahn, die während des Zweiten Weltkrieges Millionen Gefangene transportierte.
Bericht anhören

RBB vom 6. Dezember 2010

Ich trage noch alles in mir Die Überlebende der "Reichsbahn"-Deportationen Sarah B. (Mitglied der "Child Survivors Deutschland" e.V.) und die Party der Deutschen Bahn AG am 07. Dezember in Nürnberg: Eine Gegenüberstellung. Beitrag ansehen

Nürnberger Zeitung vom 6. Dezember 2010

500 Menschen protestierten gegen die Bahn "Sie hat verdient am Nazi-Wahn. Statt feiern soll sie zahl'n die Bahn!" Mit Transparenten wie diesem zogen am Samstag nach Polizeiangaben 500 Menschen durch die Innenstadt vor das DB-Museum.

Abendzeitung vom 5. Dezember 2010

Vor dem Bahnjubiläum: Zeitzeugen kämpfen um Entschädigung "Zug der Erinnerung" klagt an: Millionen für Festakt mit Kanzlerin Merkel ? Almosen für die Deportations-Opfer

DAPD vom 4. Dezember 2010

"Zug der Erinnerung": 500 Menschen demonstrieren gegen Bahn Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in Nürnberg gegen die Entschädigungspolitik der Deutschen Bahn für NS-Opfer demonstriert.